Nachlese zur Andacht

Unter Berücksichtigung der durch das veränderte Pandemiegeschehen bedingten aktuellen Hygienebestimmungen und Abstandsregeln, fand am 18. April um 11.00 Uhr im Begegnungszentrum Pattaya eine christliche Andacht statt.

Thema der Beiträge von Florian Booneiam und Peter Hirsekorn war: Das vermeintliche „Schweigen der Kirche“ zu den Fragen, die den Menschen gerade jetzt am Herzen liegen.

Florian Booneiam
Peter Hirsekorn

Das Wort des bedeutenden lutherischen Theologen Dietrich Bonhoeffer:

„Kirche ist nur da Kirche,
wo sie für die Menschen da ist“

stand dabei ebenso im Mittelpunkt, wie das „Gleichnis vom „Barmherzigen Samariter“, das für die christliche Ethik von zentraler Bedeutung ist. Ein Gleichnis ist eine meist erdachte Beispielgeschichte, die dazu dient einen Sachverhalt oder Gedanken auf einfache Weise deutlich zu machen. Jesus benutzte sehr häufig diese Methode, wenn er „Schwieriges“ einfach erklären wollte. So auch in der „Samariter“ Geschichte.

Sie handelt davon, das ein Mann von Räubern überfallen, und auf der Straße verletzt und hilflos liegen gelassen wird. Zuerst kommt ein Pharisäer (jüdischer theologischer Schriftgelehrter) vorbei, dann ein Levit (jüdischer Tempeldiener aus dem Stamm Levi). Beides eigentlich wirklich „gottesfürchtige“ Männer, doch sie wollen keine Probleme haben, und helfen ihm nicht.

Schließlich kommt ein Samariter des Weges. Einer aus einem jüdischen Stamm der nicht den besten Ruf hat, quasi ein gefährlicher Ausländer. Und er hilft ihm obwohl er ihn nicht kennt, indem er seine Wunden verbindet und schliesslich zu einer Herberge bringt. Dort bezahlt er noch den gesamten Aufenthalt für dessen Genesungszeit.

Der Barmherzige Samariter, Gemälde von Jacopo Bassano (1510-1592), National Gallery London

Bis heute ist das Gleichnis (Nachzulesen in der Bibel, Lukas10, 25-37) das Beispiel für uneigennützige Hilfe und Barmherzigkeit schlechthin. Eine bedeutende Predigt zu diesem Thema hielt Prälat Dr. Martin Dutzmann, anlässlich seiner Amtseinführung zum Bevollmächtigten des Rates der EKD in Deutschland, und der EU (hier lesen).

Doch diese Geschichte erzählte Jesus vor allem, das wir daraus lernen:

Der Weg zu Gott führt zum Mitmenschen, oder aber er führt ins Leere.

Gott ist Mensch geworden und hat sein Ebenbild, den Menschen, jedem Menschen zur Sorge und Verantwortung anvertraut. Deswegen hat das Doppelgebot der Liebe für uns zentrale Bedeutung: Gott lieben ist unmöglich, ohne auch den Nächsten zu lieben. Das ist der eigentliche und tiefere Grund dafür, dass wir uns als Kirche zu Wort melden (müssen), wenn Armut und Ungerechtigkeit verhindern, dass Menschen gleich welcher Nationalität, Hautfarbe, politischer, spiritueller, sexueller Orientierung oder Geschlechts in Würde leben können.

Die neuen Kirchengemeinderäte Otto Fluck, Pius Acker und Otto Römer lesen christliche Texte.

Sie sind als Christen überzeugt, dass die Welt grundsätzlich in Gottes guter Hand liegt. Sie wissen aber auch, dass es viele helfende und willige Hände benötigt, um dieses gute Werk zu verrichten. Wer, wenn nicht wir? Und aus dieser Erkenntnis heraus erwächst der Mut zu entschiedenem Handeln, auch gegen Widerstände.

So wurde in unserer Andacht abschließend auch der Wunsch deutlich, dass auch die Vertreter der Amtskirche sich künftig öfter und konkreter mit unserer christlichen Botschaft in den Medien zu aktuellen Problemen positionieren sollten.

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